PHILHARMONIA QUARTETT BERLIN
"Four of the best"

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Daniel Stabrawa, 1. Geige
Christian Stadelmann, 2. Geige
Neithard Resa, Viola
Dietmar Schwalke, Cello

"Four of the best", so bezeichnete die Londoner Presse das Philharmonia Quartett Berlin nach seinem Debüt in der Wigmore Hall. Lord Yehudi Menuhin fügte hinzu: "I'd like to hear music always played as beautifully as you play".

Und tatsächlich, ob in Europa, den Vereinigten Staaten, Japan oder Südamerika, das Philharmonia Quartett Berlin hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1985 als eines der weltweit besten Streichquartette etabliert. Mit seinem homogenen Klang und der perfekten Art des Zusammenspiels setzt das oft von den Medien als "top-flight ensemble" bezeichnete Streichquartett neue Maßstäbe.

Das Ensemble ist regelmäßiger Gast bei renommierten Konzertreihen rund um den Globus wie beispielsweise der Carnegie Hall oder der Wigmore Hall in London sowie bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen. Jüngst begeisterte diese exzellente Besetzung Papst Benedikt XVI. im Rahmen eines privaten Einladungskonzertes. Auch bei der spanischen Königsfamilie gastiert das Ensemble regelmäßig im Palacio Real und spielt im exklusiven Kreis auf den königlichen Stradivari-Instrumenten.

Bereits drei ihrer zahlreichen CD's mit Reger, Schostakowitsch und Britten gewannen den Deutschen Schallplattenpreis und wurden von der Süddeutschen Zeitung als "herausragend" bewertet. Für die Einspielung von Beethovens Streichquartett op. 130 sowie der großen Fuge op. 133 wurde dem Philharmonia Quartett Berlin bereits zweimal der ECHO-KLASSIK-Preis verliehen. Ferner ist das Ensemble Preisträger des Argentine Critic Price in Buenos Aires. Mit den Aufführungen des Beethoven- und Schostakowitschzyklus sorgte das Philharmonia Quartett Berlin für internationales Aufsehen und begeisterte das Publikum in der Philharmonie Berlin.

Das vielseitige und entdeckungsfreudige Repertoire des Ensembles umfaßt inzwischen mehr als hundert Werke. Es lebt zum einen von der unerschöpflichen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Klassikern und Werken des 20. Jahrhunderts, zum anderen aber vom Engagement für seltener zu hörende Streichquartette, etwa von Hindemith (Nr. 4), Reger (op. 74), Schulhoff (Nr. 1) oder Szymanowski (Nr. 2).

Bis zum plötzlichen Tode des Cellisten Jan Diesselhorst im Februar 2009 spielte das Philharmonia Quartett Berlin in unveränderter Besetzung. Seinen Platz hat nun Dietmar Schwalke eingenommen, mit dem das Quartett seine außergewöhnliche Kultur des Zusammenspiels und der klanglichen Homogenität auf den Podien in aller Welt erneut unter Beweis stellt.

Daniel Stabrawa wurde 1955 in Krakau geboren und ist der erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Er ist Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung bei Prof. Zbigniew Szelezer 1979 Konzertmeister des Krakauer Rundfunkorchesters. 1983 kam er zu den Berliner Philharmonikern, wo er 1986 noch unter Herbert von Karajan zum ersten Konzertmeister berufen wurde. Daniel Strabawa tritt regelmäßig solistisch mit dem Berliner Philharmonischen Orchester auf, bereist neben vielen europäischen Ländern auch Asien und Amerika und gab mit seiner Frau, der Pianistin Elzbieta Stabrawa, zahlreiche Sonatenabende in aller Welt. Dabei gilt sein besonderes Engagement der Musik seines Landsmannes Karol Szymanowski.
Seit 1994 engagiert sich Daniel Stabrawa zunehmend als Dirigent und hat mit der Spielzeit 1995/96 die Leitung der Capella Bydgostiensis (Bromberg) übernommen.

Der Berliner Christian Stadelmann ist das jüngste Mitglied des Quartetts. Er erhielt seinen ersten Unterricht bei Prof. Charlotte Hampe. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule der Künste bei Prof. Thomas Brandis. Christian Stadelmann war Preisträger bei diversen Wettbewerben und Gründungsmitglied der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Nach einigen Jahren bei der Jungen Deutschen Philharmonie trat er 1985 in das Berliner Philharmonische Orchester ein, wo er seit 1987 Stimmführer der zweiten Violinen ist.

Neithard Resa ist ebenfalls gebürtiger Berliner und studierte zunächst Violine bei Prof. Michael Schwalbe bevor er nach Köln zu Prof. Max Rostal wechselte. Seinem Konzertexamen konnte er als Stipendiat des DAAD ein Studium in den USA bei Michael Tree (Guarneri Quartett) anschließen. 1978 war er Preisträger beim Wettbewerb des Deutschen Musikrates und Teilnehmer der Bundesauswahl "Konzerte junger Künstler". Noch im gleichen Jahr kam er dann als Solobratscher zu den Berliner Philharmonikern.

Dietmar Schwalke wurde 1958 in Pinneberg geboren und erhielt seinen ersten Cellounterricht mit zwölf Jahren. Er studierte zunächst in Hamburg bei Arthur Troester, dann bei Wolfgang Boettcher in Berlin und ergänzte seine Studien bei Pierre Fournier. 1981 debütierte er in der Berliner Philharmonie mit dem Cellokonzert von Robert Schumann und dem RSO Berlin. Bevor er 1994 zu den Berliner Philharmonikern kam, war er sechs Jahre Cellist im Kreuzberger Streichquartett und ist seit 2009 Mitglied des Philharmonia Quartetts Berlin.

 

Reviews

Berliner Morgenpost 16.1.2003

Philharmonia Quartett mit virtuoser Demut

Die Leuchttürme, die Berlins Kultur strahlen lassen sollen, stellt man sich irrigerweise immer in riesigen Dimensionen vor. Doch auch das kammermusikalische Kleinformat kann mit seinem künstlerisch unvergleichlichen Strahlen die immer wieder geforderte Leuchtturmfunktion übernehmen. Das Philharmonia Quartett, der Zusammenschluss von vier Philharmonikern, seit nunmehr 17 Jahren in der immer gleichen Besetzung vereint und längst in höchstem Maße auszeichnungswürdig, übt diesen geforderten Scheinwerferglanz auf die ihm angemessene Weise wie mit der Taschenlampe: ein Wunder von einem Ensemble.

Daniel Stabrawa, der Erste Konzertmeister der Philharmoniker, spielt als Primarius leuchtend und mit vollsinnlicher Schönheit auf. Mit wundervoll timbriertem Cello-Dunkel antwortet ihm aus der Tiefe Jan Diesselhorst, der sich über die Jahre hin zu einem wundervoll versonnenen und dabei immer hellwachen Musiker entwickelt hat.

Die beiden Zwischenstimmen verwalten auf ihre makellos unbestechliche Art Christian Stadelmann an der 2. Violine und Neithard Resa als philharmonischer Solo-Bratscher: eine kammermusikalische Vereinigung von bestechender Eintracht. Mit ihrem jüngsten, hingebungsvollen Konzert brachte sie das Publikum im Kammermusiksaal der Philharmonie geradezu aus dem Häuschen.

Philharmonia allerwegen! Die glorreichen Vier begannen mit dem ersten der Joseph Haydn gewidmeten Quartette von Mozarts Hand, Huldigung und Nachweis eigener Meisterschaft immer zugleich. Eigenlob stinkt? Nicht bei Mozart! Er stellt sein Können köstlich unter Beweis und besitzt gleichzeitig die Demut, sich vom Vorbild des alten Haydn beflügelt zu zeigen, durchaus eigenständig und gleichzeitig dankbar und respektvoll zu sein.

Schlussstück des Abends war das große Streichquartett G-Dur von Franz Schubert, das fünfzehnte und letzte seines jungen Lebens und in seiner Vollkommenheit und Vollendung erst ein Vierteljahrhundert nach seinem Tode zu Tage getreten. Zu Lebzeiten war einzig der erste Satz erklungen. Es lässt aufscheinen, wie man sich in der Musik nicht auf Leben und Tod, wohl aber mit Leben und Tod herumschlägt. Seine vier Sätze leuchten tief in alle Zweifel des Menschenherzens hinein.

Zwischen Mozart und Schubert als dritter im Bunde: Schostakowitsch. Sein Streichquartett Nr.11 in f-Moll gibt sich, siebensätzig, als Suite, sich dahinwindend, witzelnd, leidend, in seiner fahlen Buntheit auf Abwechslung aus, als wolle es nicht mit der Wahrheit herausrücken, dass die Zeit für Geständnisse vorüber sei. Sie wird wie von einer kammermusikalischen Wolke verhüllt. In sie stieß das Philharmonia Quartett immer wieder tief und ergreifend hinein.

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